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2018

«Das Kleine Format»

Eine Ausstellung von Mitgliedern des Kunstraum Varel.

© Johan­nes Hem­men
«Fish_ER», 2018 

Mit der Aus­stel­lung «Das Klei­ne For­mat» beschloss der Kunst­raum Varel das dies­jäh­ri­ge Ausstellungsjahr.

Am Frei­tag, 2. Novem­ber, um 19 Uhr wur­de die Aus­stel­lung mit Arbei­ten der Kunst­raum­mit­glie­der Nor­bert Ahlers, Hein Boh­len, Nor­bert Frie­be, Mar­ti­na Hanfeld, Johan­nes Hem­men, Die­ter Roder, Hel­mut Wahm­hoff in der Gale­rie im Zoll­amt, Am Hafen1 in 26316 Varel eröff­net und war dann bis zum 16. Dezem­ber jeweils sams­tags und sonn­tags von 13 bis 17 Uhr zu sehen.

Den Rah­men für die Aus­stel­lung bil­de­te die­ses Mal kein inhalt­li­cher Zusam­men­hang, son­dern das Rah­men­for­mat von maxi­mal 40 mal 40 Zen­ti­me­tern. Damit bot sich den Künst­lern eine gro­ße Viel­falt an inhalt­li­chen Frei­hei­ten, aber auch beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen, da das For­mat für die meis­ten eine Ein­schrän­kung in der Gestal­tungs­frei­heit bedeutete.

Für die Besu­cher ergab sich die Mög­lich­keit, Kunst im Klei­nen für sich zu ent­de­cken und zu erwerben

Wie im Vor­jahr gab es auch wie­der eine soge­nann­te Jah­res­ga­be. Das ist die Arbeit eines Künst­lers, der dem Kunst­raum beson­ders ver­bun­den ist. Sie kann pri­mär von Mit­glie­dern des Ver­eins zu einem Vor­zugs­preis, aber auch von Nicht­mit­glie­dern ver­güns­tigt erwor­ben werden.


Katrin König, Eisenberg:

«paesaggio»

Der Kunst­raum Varel e.V. zeig­te vom 15. Sep­tem­ber bis 28. Okto­ber 2018 Arbei­ten der in Eisenberg/Thüringen leben­den Künst­le­rin Kat­rin König in einer klei­nen Werk­schau ihrer instal­la­ti­ven Druckgrafiken.

Für ihr Werk hat sie die Tech­nik der Col­la­gra­phie ent­wi­ckelt. Die­ser Begriff setzt sich aus Col­la­ge und Gra­fik zusammen. 

Kat­rin König hat diver­se Sti­pen­di­en und Prei­se erhal­ten, ihre Arbei­ten wur­den in Gruppen- und Ein­zel­aus­stel­lun­gen im In- und Aus­land prä­sen­tiert. Ihr Stu­di­um an der Acca­de­mia di Bel­le Arti in Rom führt sie immer wie­der in ita­lie­ni­sche Gefilde.

Für ihre Arbei­ten wer­den ver­schie­den geform­te Kar­ton­tei­le mit Mehl oder Sand beschich­tet, wodurch sie eine beson­de­re Struk­tur erhal­ten. Die­se Kar­ton­tei­le wer­den dann ein­ge­färbt, zu einer Kom­po­si­ti­on zusam­men­ge­fügt und anschlie­ßend auf Papier oder Indus­trie­fo­lie gedruckt. Die so ent­stan­de­nen Druckerzeug­nis­se sind meist ein­ma­lig und in der Regel recht groß.

Die Arbei­ten sind in der Regel abs­trakt, also unge­gen­ständ­lich. Gleich­wohl laden sie den Betrach­ter ein, Bekann­tes zu asso­zi­ie­ren: Topo­gra­fi­sches, Mikro­prä­pa­ra­te oder Erd­schich­ten. Sie beein­dru­cken wei­ter­hin durch ihre schie­re Grö­ße bei gleich­zei­ti­gem Detail­reich­tum. Kat­rin König sagt zu ihren Wer­ken: „Mei­ne Arbei­ten sind, wie bei Aus­gra­bun­gen, For­men nicht der Erfin­dung wegen, son­dern des Suchens und Fin­dens, auch des Wiederfindens.“


«REVOLUTION»

© Johan­nes Hem­men
La liber­té par la vio­lence, 2018

2018 war ein Jubi­lä­ums­jahr bedeu­ten­der «Revo­lu­tio­nen». Die Mit­glie­der des Kunst­raum Varel e.V. wid­me­ten dem The­ma vom 7. Juli bis 19. August 2018 eine Gemein­schafts­aus­stel­lung im Alten Zoll­amt Varel, Hafen­stra­ße 1.

Der Ter­mi­nus «Revo­lu­ti­on» wur­de im 15. Jahr­hun­dert aus dem spät­la­tei­ni­schen «revo­lu­tio» (zurück­wäl­zen) ent­lehnt und als Fach­wort in der Astro­no­mie ver­wandt. Bis Ende des 17. Jahr­hun­derts ver­stand man dar­un­ter die Wie­der­her­stel­lung des alten, legi­ti­men Zustan­des. Die tra­dier­te vor­in­dus­tri­el­le Gesell­schaft basier­te auf der Vor­stel­lung einer har­mo­ni­schen, weil gött­li­chen Ord­nung, in der Mensch, Gesell­schaft und Natur im Ein­klang mit der gött­li­chen Schöp­fung stan­den. Die Vor­stel­lung von «Revo­lu­ti­on» als Rück­kehr zu der alten Ord­nung ist bis zur Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on fest­zu­stel­len. Seit­her wird das Schaf­fen von etwas radi­kal Neu­em als «Revo­lu­ti­on» – zumeist, aber nicht aus­schließ­lich im poli­ti­schen Sin­ne – verstanden.

Die heu­ti­gen sozial- und poli­tik­wis­sen­schaft­li­chen Theo­rien defi­nie­ren Revo­lu­ti­on als meist abrup­ten, grund­le­gen­den und nach­hal­ti­gen Wan­del von Sys­te­men. Die­ser Wan­del kann fried­lich oder gewalt­sam vor sich gehen und betrifft Herrschafts- und Wirt­schafts­sys­te­me, die Sozi­al­ord­nung eines Staa­tes oder Teil­be­rei­che von Tech­nik und Wis­sen­schaft oder Kultur.

Die Künst­ler – unter ihnen als Gast Claus‑G. Lie­big aus Wil­helms­ha­ven – arbei­te­ten für die Aus­stel­lung «Revo­lu­ti­on» mit Mit­teln der Male­rei, Gra­fik, Digi­tal Fine Art und einem Diora­ma. Sie näher­ten sich in der Aus­stel­lung den unter­schied­li­chen gesell­schaft­li­chen, künst­le­ri­schen und poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Fol­gen von «Revo­lu­tio­nen».

Mit ihren Arbei­ten woll­ten sie auch Denk­an­stö­ße geben in der gegen­wär­ti­gen Zeit, in der oft der Rück­zug ins Pri­va­te als ver­meint­li­cher Aus­weg aus der Kom­ple­xi­tät gesell­schaft­li­cher Zusam­men­hän­ge gewählt wird.


«Mensch und Landschaft im Gezeitenstrom»

vom 5.5. bis 24.6

Die Gezei­ten prä­gen die Küs­te und ihre Bewoh­ner. Vie­le Geschich­ten erzäh­len davon – bis heu­te. Die Küs­ten­land­schaft, ins­be­son­de­re das Watt und die Dünen, ver­än­dern sich im Wech­sel von Ebbe und Flut. Durch Wind und Wel­len wird Land genom­men und kann neu­es Land ent­ste­hen. Wo eben noch Strand­ha­fer im Wind wog­te, kann die nächs­te Sturm­flut alles ver­än­dern. In die­sem Span­nungs­feld leben (und über­le­ben) die Men­schen an der Küste.

Vie­le Maler und Schrift­stel­ler haben sich über Jahr­hun­der­te davon inspi­rie­ren las­sen. Der Kunst­raum Varel zeig­te  ab dem 5. Mai 2018 Arbei­ten von Künst­lern unse­rer Zeit, die die­ser Inspi­ra­ti­on gefolgt sind, in einer Aus­stel­lung mit dem Titel „Küs­ten­ge­schich­ten“. Dazu gehör­te der in Ost­fries­land gebo­re­ne und auf­ge­wach­se­ne Künst­ler Hel­mut Feld­mann. Er lotet in sei­ner Male­rei das Poten­ti­al der Kup­fer­druck­far­be aus, indem er sei­ne Land­schaf­ten aus­schließ­lich aus die­sem Medi­um erstellt. Him­mel und Wol­ken, Land und Meer: Die Ur-Elemente der nord­deut­schen Land­schaft fin­den sich in sei­nen Bil­dern wieder.

Der Vare­ler Künst­ler Hein Boh­len hat­te sich die Ver­schmut­zung unse­rer Küsten- und Mee­res­ge­wäs­ser durch Fremd­stof­fe aus Klär­an­la­gen und Ver­klap­pun­gen auf See zum The­ma gemacht. Die abge­bil­de­ten Was­ser­ober­flä­chen in sei­nen Farb­holz­schnit­ten kön­nen die­ses sicht­bar machen und reg­ten dazu an, sich näher mit dem The­ma auseinanderzusetzen. 

Die Mit­glie­der des Kunst­rau­mes Hel­mut Wahm­hoff, Mar­ti­na Hanfeld, Nor­bert Frie­be, Hein Boh­len und Nor­bert Ahlers, hat­ten sich auf unter­schied­li­che Art und Wei­se dem The­ma „Küs­ten­ge­schich­ten“ genä­hert. Die Aus­stel­lung lädt dazu ein, die Geschich­ten hin­ter den Bil­dern zu entdecken.


 «EAT ART»

– eine Kunst­aus­stel­lung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Kunst-Kurse aus den Jahr­gän­gen 11 und 12 des Lothar-Meyer-Gymnasiums.

Ver­ant­wort­li­che Unterrichtende:

Lara Brün­jes, Hel­mut Wahmhoff

Im Rah­men der Kon­zept­kunst wur­de in den Kunst­kur­sen der Ober­stu­fe ein Schwer­punkt gesetzt im Bereich der EAT ART. Die noch rela­tiv jun­ge Kunst­rich­tung geht auf den Künst­ler Dani­el Spo­er­rie zurück und hat seit den 70er Jah­ren zahl­rei­che Mit­strei­ter gefunden.

Für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Kunst­kur­se in den Jahr­gän­gen 11 und 12 war die Beschäf­ti­gung mit die­ser Kunst­rich­tung eine span­nen­de Her­aus­for­de­rung. Der Bruch mit kon­ven­tio­nel­len Vor­stel­lun­gen von Kunst und die Auf­wer­tung all­täg­li­cher Vor­gän­ge wie das Kochen und das Essen als Kunst­form irri­tier­te und erfreu­te die jun­gen Leu­te gleichermaßen.

Theo­re­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit den Wer­ken nam­haf­ter Künst­ler führ­ten schließ­lich auch zu eige­nen prak­ti­schen Produktionen.

Aus­stel­lungs­ex­po­na­te:

Die Arbei­ten der Schü­le­rin­nen zeig­ten eine gro­ße Viel­falt und reprä­sen­tier­ten durch­aus die ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen der EAT ART in der aktu­el­len Kunst­sze­ne. Zu sehen waren Male­rei­en, Foto­gra­fien, Objek­te, Instal­la­tio­nen, Film.

EAT ART ist eine Form, KUNST & LEBEN ein­an­der näher zu brin­gen. Essen ist ein ele­men­ta­res Bedürf­nis und geht jeden an. Gesell­schaft­lich rele­van­te Fra­gen sind mit die­sem The­ma eng ver­knüpft und wer­den mit den Expo­na­ten der Aus­stel­lung angestoßen. 


2017