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Michael Soltau

Zeich­nung DANGAST — Notiz­block
2019

Vita

1953           gebo­ren in Olden­burg
1974–1980  Stu­di­um an der Staat­li­chen Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te in Stutt­gart
1975–1977  Stu­di­um der Kunst­ge­schich­te an der Uni­ver­si­tät Stutt­gart

seit 1983    freie künst­le­ri­sche Tätig­keit und Lehr­tä­tig­keit

1984–1994  Lehr­auf­trag an der Staat­li­chen Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te in Stutt­gart
1990–1992  Lehr­auf­trag an der Fach­hoch­schu­le in Kon­stanz am Insti­tut für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign
1992–1997  Künstlerisch-Wissenschaftlicher Assis­tent an der Carl von Ossietz­ky Uni­ver­si­tät in Olden­burg
1996–1997  Gast­pro­fes­sur an der Goethe-Universität in Frank­furt am Main
1997–2019  Pro­fes­sur für Bil­den­de Kunst, Visu­el­le Medi­en und ihre Didak­tik am Caspar-David-Friedrich-Institut der Uni­ver­si­tät Greifs­wald

lebt und arbei­tet in Leip­zig und Varel

www.michael-soltau.de

Five Varia­ti­ons on Mrs. Peel_Bridges, Instal­la­ti­on, Video, Foto­gra­fie (je 30 cm x 40 cm)
Kunst­hal­le Ros­tock, 2018
Touch Down, Video­in­stal­la­ti­on
Szc­ze­cin, 2010
Clo­se to the Edge (Down under) A — Scan­no­gram
2014, 60 cm x 80 cm
Im Ate­lier 1, Foto­gra­fie
2021, 65 cm x 95 cm
Clo­se to the Edge (Down under) B — Scan­no­gram
2014, 60 cm x 80 cm
Im Ate­lier 2, Foto­gra­fie
2021, 65 cm x 95 cm

Statement

Mich inter­es­sie­ren Über­gän­ge, Gra­te, Momen­te, die Sta­tio­nen im Pro­zess­haf­ten, das Sicht­ba­re und das Ver­bor­ge­ne, das Mate­ri­al, die Trans­pa­renz und das Licht, das die­se Pro­zes­se evi­dent wer­den lässt. Die die­sem Kon­strukt inne­woh­nen­de Struk­tur nähert sich jewei­li­gen Wahr­hei­ten an, die wir erken­nen, wie­der ver­wer­fen und neu zu deu­ten ver­su­chen. Neue Bil­der ent­ste­hen, die Fra­gen und Behaup­tun­gen for­mu­lie­ren und schließ­lich neue Posi­tio­nen defi­nie­ren. Die­se per­ma­nen­te Fra­ge nach dem Geheim­nis hin­ter dem Erle­ben, das Pen­deln zwi­schen Innen­welt und Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Gegen­über mar­kie­ren ein sinn­li­ches Feld, das nicht zuletzt in der Fra­ge nach der eige­nen Iden­ti­tät mün­det. Licht, Klang und Raum bil­den das Pla­teau für die mul­ti­me­dia­le Insze­nie­rung. Nicht nur das Abbild, son­dern auch das Abbil­den wird The­ma der Unter­su­chung. Licht und Belich­tung, Pro­jek­ti­on und Durch­drin­gung sind die metho­di­schen Koor­di­na­ten für eine media­le Odyssee.

Die foto­gra­fi­schen Arbei­ten der ver­gan­ge­nen Jah­re ent­stan­den in einem Bezugs­feld audio­vi­su­el­ler Medi­en jen­seits linea­rer Kon­zep­ti­on und reagie­ren teil­wei­se rück­be­züg­lich auf die bereits getrof­fe­nen künst­le­ri­schen Ent­schei­dun­gen. Sca­no­gram­me neh­men die frü­he­re The­ma­ti­sie­rung von Abbil­dungs­vor­gän­gen erneut auf und suchen die Nähe zu klas­si­schen Sujets der Bil­den­den Kunst (Inte­ri­eur, Still­le­ben). In den neue­ren Arbei­ten wer­den Sca­no­gram­me und mono­chro­me foto­gra­fi­sche Bild­flä­chen im Kon­text zum Video im Raum insze­niert. Dabei ten­diert die audio­vi­su­el­le Infor­ma­ti­on zuneh­mend zum mini­mal beweg­ten Bild und nähert sich so der foto­gra­fi­schen Posi­ti­on des fest­ge­hal­te­nen Augen­blicks, der Rela­ti­on von Pro­zess und Moment an. Foto­gra­fie und Video­loop tre­ten in Dia­log, Werk und Prä­sen­ta­ti­on ver­schmel­zen zur auto­no­men künst­le­ri­schen Aus­sa­ge im Raum. Media­ler Bezug und die Bild­spra­che der sozia­len Medi­en sowie die raum­be­zo­ge­ne Prä­sen­ta­ti­on wer­den inte­gra­ler Bestand­teil der künst­le­ri­schen Konzeption. 

Micha­el Sol­tau, im Juli 2019