
Laufzeit: 23. Oktober bis 30. Oktober 2026
Eröffnung 23. Oktober, 19 Uhr
geöffnet: Di, Do und Fr. 15 bis 17 Uhr
«Artwalk»
Start 24. Oktober, 11 Uhr
Ausstellungsort
ehemalige Rosenapotheke
Hindenburgstraße 5
26316 Varel
… und hier finden Sie Ihre Einladung!
Ende 2015 trafen sich sieben engagierte Vareler*innen mit einem gemeinsamen Anliegen: zeitgenössische Bildende Kunst in Varel sichtbar zu machen. Was ihnen fehlte, war von Anfang an ein entscheidender Bestandteil dafür: ein verlässlicher Ort.
Sein erstes Domizil fand der neu gegründete Verein im alten Zollamt am Vareler Hafen. Über einige Jahre ließ sich der Ort kontinuierlich bespielen. Doch auch dort blieb die Perspektive unsicher. Würde der Raum im nächsten Jahr noch zur Verfügung stehen? Ließ sich eine Ausstellung langfristig planen? Oder musste schon bald nach einer neuen Möglichkeit gesucht werden? Ein Kunstraum ohne festen Raum bedeutet vor allem eines: fehlende Planbarkeit.
Das prägte von Beginn an die Arbeit des Vereins. Ausstellungen brauchen Vorlauf, Künstler*innen brauchen Verlässlichkeit, Förderanträge brauchen Termine und eine Ausstellungssaison braucht Planung. Doch all das lässt sich nur schwer planen, wenn nicht einmal feststeht, wo die nächste Ausstellung stattfinden kann.
Nach dem Zollamt folgten die Jahre der Wanderschaft. Ein Jahr lang konnten im Kunstwerk an der Neumühlenstraße in bestimmten Zeitfenstern Ausstellungen realisiert werden – bis auch diese Zwischennutzung durch eine feste Vermietung endete. Es folgten das ehemalige Geschäft Wullenkord, die «Tabula Magica» und der Leerstand in der Rosenapotheke. Auch historische Orte wurden zu temporären Kunsträumen: der Wasserturm, das Waisenhaus und zuletzt das Schienfatt und der Vareler Bahnhof.
Jeder dieser Orte eröffnete neue Möglichkeiten. Gleichzeitig bedeutete jeder Ortswechsel einen neuen Anfang: neue Absprachen, neue Bedingungen, neue räumliche Situationen – und immer die Frage, wie lange dieser Ort überhaupt zur Verfügung stehen würde.
Dass der Kunstraum Varel unter diesen Bedingungen dennoch seit zehn Jahren arbeitet, ist deshalb keine Selbstverständlichkeit. Im Gegenteil: Aus der Notwendigkeit, immer wieder neue Räume zu finden, ist eine besondere Form der Ausstellungspraxis entstanden. Gezeigt wurden regionale Künstler*innen ebenso wie renommierte Positionen. Katrin König und Eunjeong Kim waren bei uns zu Gast. Patricia Lambertus und wie zuletzt Bernd Schulz haben eigens für Varel Werke geschaffen und ihre Ausstellungen ortsspezifisch konzipiert und umgesetzt.
Zehn Jahre Kunstraum Varel sind damit auch zehn Jahre Improvisation, Beharrlichkeit und die permanente Suche nach dem nächsten Ort. Der Name «Kunstraum» bezeichnet dabei weniger einen festen Raum als eine Haltung: Kunst braucht Menschen, die ihr Raum geben.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte der vergangenen zehn Jahre: Der Kunstraum Varel hatte nie einen festen Raum. Aber er hat sich trotzdem immer wieder Raum geschaffen.